Zum heutigen Internationalen Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten (Red Hand Day) erklärt der Mannheimer Stadtrat Thomas Trüper (DIE LINKE):
Laut Angaben der Vereinten Nationen stehen weltweit mehr als 250.000 Kindersoldaten unter Waffen. In vielen Konfliktgebieten werden sie gezwungen, zu kämpfen, zu schießen und zu töten. Der Krieg traumatisiert diese Kinder und beraubt sie ihrer Kindheit. Die UN-Kinderrechtskonvention schreibt das Recht auf Bildung und Ausbildung, auf Gesundheit, Spiel und Freizeit fest. Sie soll Minderjährige vor Gewalt, Verfolgung und Ausnutzung schützen. Viele Staaten verletzen die Prinzipien dieser Konvention. Von der Bundesregierung ist zu fordern, den Verkauf von Waffen an Staaten zu unterbinden, die Minderjährige zu Kriegsdiensten einsetzen. Insbesondere muss die Praxis beendet werden, ehemalige minderjährige Kindersoldaten, die um Asyl bitten, in ihre Heimatländer oder in Drittländer zurückzuschicken.
Aber nicht nur in fernen Gebieten, auch in Deutschland greift das Militär nach Kindern. Sogenannte „Jugendoffiziere“ der Bundeswehr versuchen an Schulen und bei öffentlichen Veranstaltungen, z.B. „Sport und Spiel am Wasserturm“, Minderjährige für den späteren Kriegseinsatz zu werben und möglichst – auch unter 18 Jährige – zu rekrutieren. Dies ist ein Bruch der Prinzipien der UN-Kinderrechtskonvention. Die Bundesrepublik unterminiert damit ihre Position in der UNO im Kampf gegen den Einsatz von Kindersoldaten. Dies wird immer wieder auch von Organisationen wie Terre des Hommes, Pax Christi, Missio und medico international kritisiert.
So lange die Bundesregierung auf diese Praxis nicht verzichtet ist auf kommunaler Ebene zu fordern: Jugendoffiziere der Bundeswehr haben an Mannheimer Schulen und bei öffentlichen Veranstaltungen, die sich an Jugendliche wenden, nichts zu suchen. Schülerinnen und Schüler haben ein Recht auf einen Unterricht ohne Militär. Die Stadt Mannheim steht hier in der Verantwortung, ihren Einfluss geltend zu machen.