Am 28. Januar fand eine Kundgebung auf dem Paradeplatz statt, zu der unter anderem das Friedensplenum Mannheim, Attac, und die Deutsche Friedensgesellschaft eingeladen hatten.
Anlass der Veranstaltung war die zeitgleich in London stattfindende internationale Afghanistan-Konferenz. Hedwig Sauer-Gürth begrüßte die rund 100 Teilnehmer. Blandine Bonjour brachte einige Friedenslieder zum Besten.
Als Vertreter des Friedensplenums Mannheim wies Roland Schuster darauf hin, dass die Regierung die Zahl der Bundeswehr- Soldaten von 4.500 um 850 auf 5.350 aufstocken will. Bereits jetzt seien 110.000 ausländische Soldaten unter Nato- oder OEF-Befehl in Afghanistan, bis Mitte dieses Jahres werden es wohl 150.000 sein.
Er betonte: „Jede Intensivierung, jede Ausweitung des Krieges hat nicht zu Frieden oder zu zivilen Aufbau geführt, wie uns das jahrelang vorgelogen worden ist. Nein dies hat das Land in Chaos; Elend und Verwüstung geführt.“ Und er warnte davor, dass Pakistan immer mehr in den Krieg hineingezogen werde.
Demokratie nach westlichem Vorbild, Frauenbefreiung Drogenbekämpfung seien nicht die eigentlichen Gründe des Militäreinsatzes, sondern geostrategischen Interessen sowie Eindämmung aufstrebender Staaten wie China, Indien, Russland Pakistan.
Schuster kritisierte die Absicht von Entwicklungsminister und Z12-Soldat Dirk Niebel, nur noch mit Ngos und Helferorganisationen in Afghanistan zu arbeiten, die aktiv mit der Bundeswehr zusammenarbeiten.
Frieden in Afghanistan benötige einen schnellen Waffenstillstand und einen raschen und verbindlichen Abzug der Bundeswehr und aller anderen Nato-Truppen. Roland sprach sich für einen Runden Tisch aus, an „dem nicht die Staaten mit geostrategischen Interessen schon gar nicht die Nato, sondern die Menschen in Afghanistan und der Region die Hauptrolle spielen mit Unterstützung ziviler Organisationen und der Uno statt der Nato.“
Wichtig sei die Unterstützung des zivilen Aufbaus, der nicht von militärischen und geostrategischen Interessen geleitet ist.
Schuster forderte die Bundesregierung auf dem Beispiel der Niederlanden und Kanadas zu folgen und die Bundeswehr so schnell wie möglich aus Afghanistan zurückzuziehen. An die Abgeordneten des Deutschen Bundestages richtete er den Appel, in der entscheidenden Sitzung im Bundestag – voraussichtlich Ende Februar – gegen die Aufstockung der Bundeswehr zu stimmen und damit dem Willen der deutschen Bevölkerung zu folgen. 80% hätten sich sind gegen die deutsche Beteiligung an dem Krieg, jeder Dritte ist für den sofortigen Abzug ausgesprochen, wie der „Stern“ in seiner letzten Ausgabe berichtet habe.
Es sei vielmehr zu befürchten, dass mit der Truppenaufstockung der Krieg weiter intensiviert, dass Pakistan endgültig in den Krieg hineingerissen wird. Die Internationale Afghanistan-Konferenz in London habe nicht zu mehr Frieden sondern zu mehr Krieg geführt.
Der Frieden in Afghanistan benötige einen schnellen Waffenstillstand und einen verbindlichen Abzug der Bundeswehr und aller anderen Nato-Truppen.
In einem Offen Brief, den Otto Reger (DFG/VK und Friedensplenum) verlas, wurden die Mannheimer Bundestagsabgeordneten Frau Rothemund, Herr Jüttner, Herr Schick und Herr Schlecht aufgefordert in der fraglichen Bundestagssitzung Ende Februar gegen die Aufstockung der Bundeswehrsoldaten zu stimmen. Über 60 Menschen unterschrieben spontan diesen Offenen Brief.
Das Bündnis „Beendigung des Afghanistan- Krieges“ trifft sich am 2. März um 20 Uhr im Forum der Jugend, um weitere Aktionen zu planen.