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11. Mai 2016 Meldung, KV Mannheim

Bilfinger: Angestellte als Leidtragende

Bilfinger-Zentrale in der Augustaanlage

Der Mannheimer Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger befindet sich seit fast zwei Jahren in der Krise. Unter dem damaligen Vorstandschef Roland Koch, ehemaliger hessischer CDU-Ministerpräsident, begann das Unternehmen seine Talfahrt, bei der der Gewinn einbrach.

Sein Nachfolger Per Utnegaard verließ den Konzern inzwischen wieder. In den letzten Monaten wurde zudem über eine Zerschlagung des Konzerns spekuliert, der unter Koch zu einem Dienstleistungsunternehmen hin ausgerichtet worden war. Aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Situation gab das Unternehmen den Plan auf, seine Konzernzentrale hinter den Mannheimer Hauptbahnhof in das Glückstein-Quartier zu verlegen.

Vor der Hauptversammlung am 11. Mai 2016 gab das Unternehmen eine Pressemeldung heraus, in der die neue Strategie kurz dargestellt wird. So sollen Strukturen "straffer und effizienter" aufgestellt werden, ein beträchtlicher Teil der Einsparungen soll durch Senkung der Personalkosten und Stellenreduzierung in Mannheim erfolgen.

"Bilfinger reiht sich somit in die Gruppe der Mannheimer Standorte von Bombardier und GE (Alstom) ein. Die Beschäftigten müssen die Versäumnisse, Misserfolge und Fehlkalkulationen der Unternehmensführung ausbaden. Seien es nun Defizite in der Struktur, Fehlinvestitionen, versäumte Weiterentwicklung der Produktion oder Konzentration auf die falschen Geschäftsfelder: Während die Vorstände höchstens mit einem blauen Auge davonkommen, bangen hunderte Mitarbeiter um ihre Jobs. Das ist in keiner Weise akzeptabel", erläutert Kreissprecherin Hilke Hochheiden den Standpunkt der LINKEN.

"Dem Aufsichtsrat zufolge soll in zwei bis drei Wochen geklärt sein, welche Sparten verkauft werden oder im Bilfinger-Konzern bleiben. Vom Verkauf betroffen scheint der Bau- und Gebäudedienstleistungsbereich zu sein, also der Kern des Unternehmens. Die Beschäftigten müssen jedoch noch länger in Ungewissheit leben und um ihre Arbeitsplätze fürchten. Bilfinger, das sich immer wieder zum Standort Mannheim bekennt, soll sich auch zu seinen Mitarbeitern in dieser Stadt und weltweit bekennen. Denn diese haben in der Vergangenheit die Gewinne erwirtschaftet. Einsparungen sollten vielmehr im Vorstand getroffen werden, hier wäre eine Verschlankung eher angebracht. Wir zeigen uns solidarisch mit den Mitarbeitern und hoffen nun, dass der Betriebsrat die Arbeitsplätze verteidigen wird“, so Kreissprecher Dennis Ulas.