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13. November 2017 KV Mannheim, Meldung

Bebauung Friedrich-Ebert-Brücke/Schafweide: Die Neckarstadt braucht bezahlbare Wohnungen!

Dennis Ulas, Bezirksbeirat Neckarstadt-Ost für DIE LINKE Mannheim

Bereits auf der öffentlichen Bezirksbeiratssitzung Neckarstadt-Ost im März dieses Jahres stellte die Stadt ihre Planungen für das Areal an der Friedrich-Ebert-Brücke zwischen Hermann-Heimerich-Ufer und Schafweide vor. Auf der bisher als Parkplatz genutzten Brach- und Grünfläche soll eine Bebauung mit knapp 200 Wohneinheiten inklusive Tiefgarage und öffentlichem Platz entstehen.

Nun wurde einem Bericht des Mannheimer Morgen und einer Vorlage des Gemeinderats zufolge bekannt, dass der Südwestrundfunk (SWR) auf einem Teil dieses Geländes sein neues Studio bauen möchte. Auf der restlichen Wohnfläche soll weiterhin eine Wohnbebauung mit 200 Wohneinheiten in geöffneter Blockrandbebauung entstehen.

Dennis Ulas, LINKE-Bezirksbeirat Neckarstadt-Ost, äußert sich positiv zu den Plänen: „DIE LINKE begrüßt es sehr, dass diese Brachfläche in exponierter zentraler Lage und mit guter Anbindung an das ÖPNV- und Straßennetz nun einer neuen Nutzung zugeführt wird. Mit der Ansiedlung des SWR erhält die Neckarstadt eine bedeutende Medieneinrichtung und der Neubau von Wohnungen ist gerade in der Neckarstadt-Ost dringend erforderlich. Die städtebaulichen Entwürfe sehen eine fünfgeschossige geöffnete Blockrandbebauung – ähnlich der vorhandenen Bebauungsstruktur der nördlich angrenzenden Neckarstadt – mit dem SWR-Gebäude als Solitär vor. Es sollen schützenswerte Bäume erhalten werden und Ausgleichsmaßnahmen für die wegfallenden Bäume und Grünflächen geschaffen werden, sodass hier nicht die Rede von einer massiven Bebauung oder einer Verschlechterung des Mikroklimas sein kann.“

Der Stadtklimaanalyse zufolge weist dieses Gelände ein nur geringes thermisches Ausgleichsvermögen und eine mäßig effektive Kaltluftleistung auf, da die vorhandene Bebauung an der Schafweide eine Barriere für die Luftbewegungen darstellt. So ist die breite Schneise der Friedrich-Ebert-Straße von größerer Bedeutung für die Frischluftzufuhr vom Neckarvorland in die Neckarstadt.

„Was allerdings von zentraler Bedeutung ist, ist nicht die Schaffung von Wohnraum an sich, sondern die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Die Neckarstadt-Ost ist einerseits von Luxussanierung betroffen, andererseits sind die derzeit entstehenden Neubauten – sei es durch die GBG an der Carl-Benz-Straße oder auf Turley – im eher gehobenen Preissegment angesiedelt oder gar Eigentumswohnungen. Gerade in der Neckarstadt-Ost fehlt es daher an preisgünstigen Wohnungen, sowohl für Alleinstehende und Paare als auch für Familien. DIE LINKE fordert, dass bei der Bebauung dieses Geländes die Sozialquote des 12-Punkte-Programms zur Anwendung kommt. Dieses sieht vor, dass bei Bauprojekten ab zehn Wohneinheiten 30 % der Wohnungen zu einem Preis von maximal 7,50 € pro Quadratmeter vermietet werden. Das würde zumindest zu einer leichten Entlastung des Wohnungsmarktes im Stadtteil führen“, führt Bezirksbeirat Ulas weiter aus.