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3. Februar 2016 KV Mannheim, Position

Mann Mobilia: DIE LINKE Mannheim kritisiert Verhalten gegenüber Beschäftigten

Gökay Akbulut und Hilke Hochheiden

Gökay Akbulut und Hilke Hochheiden - Kanditatinnen Landtagswahl Baden-Württemberg #ltwBW

DIE LINKE Mannheim kritisiert den Umgang der Möbelfirma XXXL Mann Mobilia auf der Vogelstang mit seinen rund 100 Beschäftigten aufs Schärfste.

Am Morgen des 1. Februar 2016 wurden etwa 100 MitarbeiterInnen von XXXL Mann Mobilia der Zutritt zu ihrem Arbeitsplatz von der Security Firma und der Geschäftsführung verwehrt. Die Beschäftigten erhielten laut Presseberichten dabei persönlich ein Freistellungsschreiben überreicht mit den Satz: „Hiermit werden Sie ab 01.02.2016 bis auf weiteres widerruflich von der Verpflichtung der Arbeitsleistung freigestellt“. Eine Begründung oder weitere Erläuterung wurde nicht genannt. Das Firmengelände mussten sie schnellstmöglich verlassen.

Hintergrund ist angeblich, dass das Unternehmen den Bereich Auftragssachbearbeitung an den Hauptsitz der Firmengruppe nach Würzburg verlegen möchte. Betroffen sind nach Angaben des Betriebsrates auch MitarbeiterInnen von anderen Standorten. Der Betriebsrat vermutet, dass das Unternehmen die Auftragssachbearbeitung zu ungünstigeren Bedingungen ausgliedern möchte. Dieser war über all diese Pläne und Vorgänge nicht informiert.

Während die Betroffenen von der Arbeit freigestellt sind, sollen Löhne und Gehälter ausgezahlt dem Unternehmen zufolge ausgezahlt werden, bis möglichst eine Einigung mit dem Betriebsrat ausgehandelt wird. Die Kündigung eines Großteils der MitarbeiterInnen scheint aber sicher zu sein.

Die LINKE-Stadträtin und Landtags-Spitzenkandidatin Gökay Akbulut stellt hierzu fest: „Die Unternehmensführung von Mann Mobilia lässt jeglichen Anstand gegenüber ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vermissen. Sie handelt menschenverachtend und nach Wild-West-Manier. Sie versucht Fakten zu schaffen unter Umgehung der gesetzlichen Vorschriften, wie bei Betriebsänderungen und geplanten Massenentlassungen vorzugehen ist. Es ist ein Schlag gegen die hart erkämpften Standards des deutschen Arbeitsrechts. Wir erklären unsere Solidarität mit der Belegschaft und unterstützen den Kampf des Betriebsrates und von ver.di gegen die Entlassungen und das dreiste Vorgehen von Mann Mobilia XXXL."

"Der skandalöse Vorgang zeigt aufs Neue, wie sehr Unternehmen immer wieder versuchen, die Schutzvorschriften des Arbeits- und Mitbestimmungsrechts zu missachten und zu umgehen. Erleichtert wird diese Dreistigkeit durch die gesetzlichen Verschlechterungen des Arbeits- und Sozialrechts der vergangenen 20 Jahre, die sich mit dem Namen Hartz-Gesetze verbinden. Erleichterung von Ausgliederungen, verbunden mit unsteten Arbeitsverhältnissen, Zeit- und Werkverträgen, und schließlich die allgegenwärtige berechtigte Furcht der ArbeitnehmerInnen, unter Hartz-IV-Regie zu fallen und einen krassen sozialen Abstieg zu erleiden, müssen endlich korrigiert werden“, stellt Landtagskandidatin Hilke Hochheiden fest.

DIE LINKE Mannheim fordert vom Unternehmen eine angemessene Entschuldigung für dieses Verhalten und Verhandlungen auf Augenhöhe mit den Beschäftigten, um möglichst alle Arbeitsplätze am Standort Vogelstang zu erhalten.