Stadtrat und Bundestagsabgeordneter Löbel ein ganz normaler Miethai?

Ein Kommentar zur gestrigen Podiumsdiskussion von MdB Löbel / CDU

Seit einigen Wochen tobt die Debatte um Nikolas Löbel und seine Unternehmungen in der Mannheimer Immobilien Branche. Die Doppelmoral mit der er auf der einen Seite Wahlwerbung für bezahlbaren Wohnraum macht und auf der anderen Seite mit verschiedenen Kniffen den maximalen Profit aus seinen Mietern herausquetscht, bewegen seit einigen Wochen die Gemüter. Um der Diskussion wieder die Oberhand zu gewinnen, hatte Löbel zu einer Veranstaltung unter dem Titel „Welche Miete ist gerechtfertigt oder doch überhöht?“ eingeladen.


Die Veranstaltung ist eigentlich schnell zusammengefasst. Im Wesentlichen wiederholte Löbel die einstudierten Floskeln, die er seit einigen Wochen in allen möglichen Medien von sich gibt. Er habe sich nichts zu Schulden kommen lassen, habe als Politiker nicht mehr Rechte wohl aber mehr Pflichten, er sei Opfer einer Linksgrünen Schmutzkampangen von Medien und Kommunalpolitikern (Man hatte fast den Eindruck der Mannheimer Morgen hatte Löbel gezwungen ein zweiseitiges Interview zu geben) der Mietendeckel schafft anders als Löbel keine Wohnungen und vieles mehr.

Unterstützung für diese Positionen erhielt Löbel von überwiegend älteren Parteifreunden und der Jungen Union, für die Mieten ab 12€ pro Quadratmeter kalt offenbar finanziell kein Problem darstellen.

Alle Versuche, von Ursula Joachim und Gabriel Höfle (die für das Offene Stadtteiltreffen und für den Mieterverein  auf dem Podium saßen) die Diskussion mit Fakten zum Mietwahnsinn vom Kopf auf die Füße zu stellen, prallte an diesem Klientel ab.


Zuletzt wollen wir noch kurz auf zwei besondere Punkte des Abends eingehen.

1.      Wer sich von der Veranstaltung Transparenz über die gerichtliche Auseinandersetzungen die Löbel mit einem seiner Mieter führt erhoffte, wurde gleich zu Beginn enttäuscht. So wurde angekündigt, dass dieses Thema komplett ausgeklammert werden sollte. Dies hinderte Löbel selbstverständlich nicht daran seine Sicht auf den Rechtsstreit ausführlich zum Besten zu geben.  Wir verweisen hier noch einmal auf die Urteilsbegründung  des Amtsgerichts Mannheim vom 07.08.2020 wonach Löbel „vorsätzlich und offensichtlich rechtswidrig“ gehandelt habe. Kein Wunder das kritische Nachfragen hier unbeantwortet blieben.   

2.      Wirklich empörend ist die Art und Weiße, in der sich Löbel über Manuel Schülke dem Herausgeber  des Neckarstadt Blogs in seiner Abwesenheit ausgelassen hat. Natürlich kann Löbel entscheiden wem er Fragen beantwortet und wem nicht. Dass er journalistisch lieber mit Hardy Prothmann vom Rhein-Neckarblog zusammen arbeitet, der bei der Veranstaltung im jüdischen Gemeindehaus reichlich Bilder machte, statt mit Manuel Schülke wäre ebenfalls in Ordnung. Aber einen ehrenamtlichen Journalisten und Blogger in seiner Abwesenheit durch den Kakao zu ziehen ohne, dass dieser sich wehren kann, ist charakterlich unreif und menschlich das Letzte.