Aktionswoche Arbeitszeitverkürzung
Wie schon in den vergangenen Wochen begleiten wir die Aktionswochen vom Landesverband in Stuttgart - letzte Woche das Thema Arbeitszeitverkürzung. Sven nahm diese Herausforderung an und widmete sich 4 Tage lange dem Thema. Abschluss der Woche bildet ein "SacheMol-Samstag" Video zu finden auf unserem Youtube Kanal oder auf unserer Startseite.
Warum eine Verkürzung der Arbeitszeit?
Weniger bezahlte Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich, mehr Zeit, um sich die Care-Arbeit und privaten Aufgaben zu teilen! Die durch Automatisierung gesteigerte Produktion und Logistik sowie Effektivität in einigen anderen Branchen macht's möglich. Von einer kürzeren Vollzeit mit 30 Wochenstunden profitieren alle: Die Beschäftigen, die mehr Zeit für andere Dinge haben, die Familie, die mehr gemeinsam erledigen und unternehmen kann, die Kinder, die mehr Betreuung und Zuwendung erhalten, sowie die ganze Gesellschaft, die viel Geld für Arbeitslosigkeit und Löcher in den Sozialkassen sparen würde.
Die Automatisierung in der Fertigung, aber auch in Logistik und anderen Branchen verringert fast überall den Bedarf an menschlicher Arbeitskraft. Die Folge: Stellen werden abgebaut, Beschäftigte entlassen. Die Wegrationalisierten profitieren nicht vom technischen Fortschritt, sondern verlieren ihre Arbeit. Die Lösung: Die Arbeit muss besser verteilt werden, die Arbeitszeit pro Person reduziert werden. Wir fordern eine kurze Vollzeit von 30 Stunden pro Woche bei vollem Lohnausgleich. Damit niemand weniger hat und die Sozialkassen entlastet werden.
Vor 15 Jahren haben wir in der Abteilung mit 18 Leuten geschafft, jetzt sind wir noch 11 und produzieren mehr als vorher und inzwischen komplexere Teile. Bevor ich in meinem Betrieb zu lernen begann waren wir sogar noch deutlich mehr. Die Automatisierung schreitet voran. Und da draußen gibt es Leute, die keinen Job finden, obwohl sie qualifiziert sind. Eine Arbeitszeitverkürzung auf 30 Wochenstunden bei vollem Lohnausgleich würde nicht nur bei uns neue Jobs schaffen. Für das Unternehmen wäre das drin, es produziert ja wie gesagt mehr und nicht weniger als früher. Und ich hätte ohne Verluste mehr Zeit für die Familie. Durch eine Arbeitszeitverkürzung würde auch meine Frau entlastet, da fast alles im Haushalt an ihr hängen bleibt. Und mein Kind hätte auch mehr von mir. Ein Gewinn für uns alle sollte eigentlich auch das Ziel des Fortschritts sein, oder?
Die Forderung nach mehr Mitsprache bei den Arbeitszeiten durch Betriebsräte, Gewerkschaften und Gesetzgeber ist nicht radikal, sondern Teilhabe-Voraussetzung. Das zeigt das aktuelle Beispiel H&M. Dort fallen dem Stellenabbau gezielt Mütter zum Opfer, da sie für die Anforderungen im Textil-Einzelhandel nicht so flexibel einsetzbar sind, wie sich das die Modekette wünscht. Wenn aber Mutter sein zum Nachteil am Arbeitsmarkt wird, dann läuft auch nach dem Empfinden der übergroßen Mehrheit etwas schief.
Mehr Stellen durch eine Arbeitszeitverkürzung würde auch für den Einzelhandel bessere Planbarkeit mit sich bringen. Dazu sollte auch gleich die unsoziale, sozialkassenschädigende Masse an Minijobs eingedämmt werden. Das wäre keine Wettbewerbsverzerrung, weil sie für alle gelten würde.
Durch kurze Vollzeit mit 30 Wochenstunden bei vollem Lohnausgleich wird die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erheblich gesteigert!
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