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Aktionswoche Bildung - Student in Zeiten von Corona

Salvatore

Unser Genosse Salvatore gab uns einen detaillierten Einblick in sein aktuelles Leben und Lernen während der Corona Pandemie.

Es ist Mittwochmorgen 9:40, in 10 min. beginnt das Zoom-Meeting einer Vorlesung. Um daran teilzunehmen, muss man drei Voraussetzungen erfüllen:Erstmal muss man eine stabile Internetverbindung besitzen, damit das Verfolgen des Meetings reibungslos verlaufen kann und man nicht entweder ständig aus dem Meeting rausfliegt oder nur abgehackte Sätze versteht. Dann wird ein mobiles Endgerät benötigt, welches dazu fähig ist, an der Konferenz teilzunehmen. Dies sollte bestenfalls ein Laptop oder PC sein. Zu guter Letzt wird auch noch eine funktionierende Ausstattung benötigt, welche aus Kameraund Mikrofon besteht, wenn diese nicht schon im Endgerät verbaut sind, denn sonst lässt sich die Vorlesung/ das Seminar nur eingeschränkt besuchen, wobei Zweiteres vom Austausch der Student*innen lebt.

All diese Voraussetzungen haben ein gemeinsames Merkmal, welches immer die laufenden Kosten sind. Die Anschaffung von PC/Laptop oder einem anderen Endgerät und der Besitz einer stabilen Internetleitung sind meist mit hohen Kosten verbunden. Um diese Kosten zu decken, benötigt man einen Job, doch genau bei diesem Punkt sind wir beim nächsten Problem: während einer globalen Pandemie sind studentische Jobs eher rar. Dies liegt daran, dass viele Student*innen beispielsweise nebenbei tätig in Gastronomie sind/waren. All diesen Student*innen fällt eine Einnahmequelle weg und zugleich war diese oft auch die einzige Einnahmequelle. Selbst Dozent*innen setzen bei Klausuren eine stabile Internetverbindung voraus und können keineAusnahme machen, falls dann doch das Internet mal ausfällt, zugleich werden Vorlesungen aber nicht aufgezeichnet und können somit von Berufstätigen nicht besucht/wahrgenommen werden.

Dies kann man auch auf den Bibliothekszugang projizieren, denn während dieser oftmals bis in die Nacht möglich war, ist er nur noch bei eingeschränkterÖffnung möglich, wobei keine Rücksicht auf berufstätige Studierende genommen wird. Wie soll dies alles vereinbar sein und landesweit wird dies sogar noch stärker durch die nächtliche Ausgangssperre verschlimmert? All diese Probleme zeigen die Benachteiligung von Student*innen auf verschiedenen Ebenen.

Die Probleme spitzen sich weiter zu, obwohl das Studium schon fast ein Jahr so verläuft. Während am Anfang der Pandemie das Studienhalbjahr noch als Solidaritätssemester gewertet wurde und jegliche die Semesterzahl betreffenden Leistungen um ein Semester verlängert wurden, wie beispielsweise die Regelstudienzeit erhöht wurde, fällt dies jetzt alles weg, obwohl wir noch mitten in der Pandemie sind. Dies wird zudem verschlimmert durch eine Verweigerung von Freiversuchen in Bezug auf die Klausuren. Aus diesem Grund müssen viele ihr Studium pausieren oder gar abbrechen, weil die finanziellen Möglichkeiten zu gering sind, um sich einen Ausfall leisten zu können.

Dieser Verlauf des Onlinesemesters ist doch nicht im Sinne der Landesregierung, denn man hält immer den Slogan „Bildung für alle möglich“ aufrecht, obwohl das oben genannte Beispiel eben dies nicht widerspiegelt. Eswurden zwar Nothilfefonds eingerichtet, aber diese sind leider auch nur in begrenzter Menge auszahlungsfähig. Bis lang wurde nicht viel in der Politik über Studierende gesprochen, im Gegensatz zu Schulen und Kitas, dabei kann es doch nicht so weitergehen wie oben beschrieben. Im vergangenen Jahr sind sehr viele Nachteile im Studium aufgekommen, dennoch wurden diese in der breiten Öffentlichkeit nicht angesprochen und nichts hatte sich verändert. Auch die Zukunft sieht schlecht aus, denn bis Präsenz-Universität wieder stattfinden kann, wird noch einige Zeit vergehen müssen.

Man hat ein Recht auf Lehre und deshalb fordern wir als Linke Baden-Württemberg „Kostenlose Bildung von Kita bis zur Universität“, weil die sozialeUngleichheit keine*r Student*in die Möglichkeit verwehren sollte, eine gute Bildung erhalten zu können

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