Zum 150. Geburtstag von Rosa Luxemburg
Heute vor 150 Jahren, am 05.03.1871, ist Rosa Luxemburg in Zamosc geboren worden. Wir feiern heute ihren runden Geburtstag! Keine Frau ist für uns Linke so sinnstiftend wie sie.
Rosa Luxemburg war Sozialistin, Antimilitaristin und Vertreterin der internationalen Arbeiterbewegung. Als eine der wenigen populären PolitikerInnen in der SPD lehnte sie die Zustimmung der SPD für die Kriegskredite - und damit für die Förderung und Beteiligung am 1. Weltkrieg - bereits 1914 ab. Sie setzte sich für eine konsequente Friedenspolitik und für eine Überwindung des ausbeuterischen Kapitalismus ein. Während der Novemberrevolution versuchte sie als Chefredakteurin der Roten Fahne Einfluss auf das Geschehen zu nehmen.
Bis heute ist unser Alltag durch die Erfolge der Revolution von 1918/1919 bestimmt. Zum Beispiel das Ende der Monarchie, die Einführung des Frauenwahlrechts und die gesetzliche Verankerung von Betriebsräten. Daran hat auch Rosa maßgeblichen Anteil.
Für viele von uns ist Rosa Luxemburg ein Vorbild - durch ihre Ideale, durch ihre Bereitschaft für Positionen mutig und argumentativ zu streiten und auch, weil sie Freiheit immer auch als “Freiheit der Andersdenkenden” verstand. Wir haben unsere Genoss*innen gefragt uns Ihre Lieblingszitate zu nennen.
Irmgard Rother:
an Luise Kautsky am 26. Januar 1917
"Begreifst du denn nicht, daß der allgemeine Dalles viel zu groß ist, um über ihn zu stöhnen? Ich kann mich grämen, wenn mir die Mimi (ihre Katze) krank wird oder wenn dir etwas fehlt. Aber wenn die gesamte Welt aus den Fugen geht, dann suche ich nur zu begreifen, was und weshalb es passiert ist und hab ich meine Pflicht getan, dann bin ich weiter ruhig und guter Dinge Ultra posse nemo obligatur (Niemand ist verpflichtet, mehr zu tun, als er kann)....."
an Sophie Liebknecht am 2. Mai 2017
"Gestern las ich über die Ursachen des Schwindens der Singvögel in Deutschland: Es ist die zunehmende rationelle Forstkultur, Gartenkultur und der Ackerbau, die ihnen alle natürlichen Nist- und Nahrungsbedingungen: hohle Bäume, Ödland, Gestrüpp, welkes Laub auf dem Gartenboden - Schritt für Schritt vernichten. Mir war so sehr weh, als ich das las ...."
"innerlich fühle ich mich in so einem Stückchen Garten wie hier oder im Feld unter Hummeln und Gras viel mehr in meiner Heimat als - auf einem Parteitag....mein innerstes Ich gehört mehr meinen Kohlmeisen als den 'Genossen'. ..."
Tanja Hilton:
"Es war seit jeher den Epigonen vorbehalten, befruchtende Hypothesen des Meisters in starres Dogma zu verwandeln und satte Beruhigung zu finden, wo ein bahnbrechender Geist schöpferische Zweifel empfand."
Nalan Erol:
Rosa Luxemburg hat mich mit ihrer starken Persönlichkeit und ihrer kämpferischen Art fasziniert. Obwohl sie oft durch ihre politische Aktivität in die Justizvollzugsanstalt musste, hat sie nie aufgegeben zu kämpfen. In der heutigen Zeit ist sie ein Vorbild für alle Frauen.
"Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden"
Hanna Böhm:
Eines meiner absoluten Lieblings-Zitate ist von Rosa Luxemburg: "Zu sagen was ist bleibt die revolutionärste Tat." Das Zitat steht für mich zum Einen für die Macht der Worte und zum Anderen auch für die Notwendigkeit, bestehende Verhältnisse immer wieder zu hinterfragen und beim Namen zu nennen.
Wenn ich Berichte über sie lese, entsteht für mich ein Bild einer bewundernswerten Frau, die mit Hilfe ihres Mutes immer wieder klare Worte fand und trotz ihres großen Mutes eine besonnene Persönlichkeit war.
Isabell Fuhrmann:
„Ich lebe am fröhlichsten im Sturm“ Mit Stürmen kenne ich mich aus ….
Elli Brinkschulte:
„Die Mißachtung des Lebens und die Brutalität gegen den Menschen lassen die Fähigkeit des Menschen zur Unmenschlichkeit erkennen. – Sie kann und darf kein Mittel irgendeiner Konfliktlösung sein und bleiben“.
102 Jahre nach ihrem Tod zeigt der erste Satz die anhaltende Gültigkeit der Aussage. Der zweite Satz ist noch immer bloße Hoffnung. Wie würde Rosa Luxemburg unsere Welt voller anhaltender Brutalität und Kriege auf jedem Kontinent sehen?









